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Rar und begehrt

Pressemitteilung   •   Aug 07, 2018 16:12 CEST

Wein aus Brandenburg, wie hier in Prenzlau, wird immer beliebter. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann.

Rar und begehrt

Wein aus Brandenburg ist besonders von der Sonne verwöhnt

Guter deutscher Wein kommt nur von Rhein, Mosel oder Saale-Unstrut? Natürlich nicht. Zwar hat das Bundesland Brandenburg gemessen an den großen deutschen Weinbauregionen nur eine vergleichsweise winzige Fläche. Doch die märkische Sonne lässt hier in der Region sehr gute Traubenqualitäten reifen. Die kontinentale Lage Brandenburgs sorgt durchschnittlich für mehr Sonnenstunden im Jahr als in Rheinhessen oder Rheinland-Pfalz. Und in diesem Jahr meint es die Sonne besonders gut in unseren Breiten, so dass die Weinlese bereits rund drei Wochen früher beginnt.

Mit den Zisterziensermönchen kam der Weinanbau im 12. Jahrhundert nach Brandenburg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam er dann zum Erliegen. Mitte der 1980er Jahre wurden auf dem Wachtelberg in Werder an der Havel wieder die ersten Reben gesetzt. Seitdem sind weitere Weinberge hinzugekommen: in Schlieben im Elbe-Elster-Land, in der Uckermark, in und um Potsdam und sogar in den Tagebaugebieten der Lausitz. Insgesamt werden in Brandenburg auf 30 Hektar 20 verschiedene Traubensorten angebaut und verarbeitet. Die Anbauflächen in Schlieben im Landkreis Elbe-Elster sowie in Werder an der Havel gehören zu den Qualitätsweinanbaugebieten Sachsen beziehungsweise Saale-Unstrut. Die Mehrzahl der Rebflächen in Brandenburg zählen zu dem seit 2007 zugelassenen Landweingebiet Brandenburg. Die Weine gewinnen nicht nur Preise bei Prämierungen, sondern Jahr für Jahr mehr Interessenten.

Der Werderaner Wachtelberg
Zu den bedeutendsten Weinorten Brandenburgs gehört die Stadt Werder an der Havel, die eigentlich für ihre Obstweine bekannt ist und mit dem Werderaner Baumblütenfest das größte Volksfest Brandenburgs austrägt. Von den insgesamt 30 Hektar Weinbaufläche in Brandenburg entfallen allein auf die oberhalb der Havelseen gelegenen Weinberge Werders 10 Hektar. Sie gehören zum Anbaugebiet Saale-Unstrut und gelten als die nördlichsten Qualitätsweine Deutschlands. Angebaut werden Sorten wie zum Beispiel Müller-Thurgau, Regent, Sauvignon Blanc und Dornfelder, die auf reinem Sandboden wachsen. Die Weine des Weinguts Dr. Lindicke gibt es im Weinhandel und natürlich direkt vor Ort. Von Ostern bis Mitte Oktober betreibt die Familie mitten im Weinberg auf dem Wachtelberg die kleine Straußwirtschaft „Weintiene“, in der die Gäste die Weine sowie regionale Speisen kosten können. Geöffnet ist immer freitags ab 14 Uhr sowie sonnabends und sonntags ab 10 Uhr – von Mitte August an auch montags bis donnerstags von 14 bis 20 Uhr. Am 1.9.2018 ist der diesjährige Federweißeranstich. Saisonabschluss in diesem Jahr wird der 14.10.2018 sein. Und wer diesen Termin verpassen sollte hat am 3. und 4.11.2018 noch einmal die Chance das Weingut beim „Tag der offenen Kelterei“ kennenzulernen. www.wachtelberg.de

Bio-Wein aus Töplitz im Havelland
In Töplitz nördlich von Werder (Havel) begannen Zisterziensermönche in der Mitte des 14. Jahrhunderts Wein zu keltern. Seit 2007 wird auf dem historischen Weinberg wieder Wein angebaut. Das Weingut ist das einzige zertifizierte Bio-Weingut in Brandenburg. Zurzeit wachsen auf dem 2,5 Hektar großen Weinberg 7.000 Rebstöcke, insgesamt 9.000 sollen es einmal werden. Diese sechs Sorten gedeihen in der sonnigen und südexponierten Lage von Töplitz: Bacchus, Grauburgunder, Riesling und Weißburgunder sowie die Rotweine Regent und Saint Laurent. Vom Frühling bis zum Herbst, immer am Wochenende und an Feiertagen, öffnet die Besenwirtschaft von 15 Uhr an. Hier können die Sorten verkostet und auch gekauft werden. Bei schönem Wetter geht es auf den Weinberg hinauf zur Laube, dafür gibt die Küche der Besenwirtschaft einen Picknickkorb mit Wein, Essen und Geschirr mit. www.weingut-toeplitz.de

Müller-Thurgau vom Langen Berg in SchliebenIn
Schlieben im Süden Brandenburgs, legten Zisterziensermönche aus dem nahen Kloster Dobrilug die ersten Weingärten an. Bis ins 19. Jahrhundert wurde hier im Elbe-Elster-Land Wein angebaut. Inzwischen gedeihen wieder mehr als 2.000 Rebstöcke der Sorten „Müller-Thurgau“ und „Bacchus“. Als Besonderheit gibt es den Schieler, ein Rotling aus Müller-Thurgau und Regent. Die Reblage in Schlieben wird seit 1993 vom Verein zur Förderung des historischen Weinbaus bewirtschaftet und in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit gepflegt. Einzigartig in Brandenburg sind die 34 Weinkeller an der historischen Kellerstraße, die seit etwa 1540 in den Langen Berg gegraben worden sind. Sie dienten nicht nur zur Lagerung der Weine, sondern auch zur Vorratshaltung und zur Aufbewahrung von Eis. Heute werden die Keller für Feste genutzt. Es finden nach Anmeldung Weinabende mit Verkostung statt. Wer das Weinanbaugebiet in Schlieben besucht, bekommt eine Führung über den Weinberg mit anschließender Verkostung im historischen Weinkeller. Noch mehr Wissenswertes über Wein erfahren Interessierte auf dem 1,5 Kilometer langen Weinwanderweg.
www.weinbau-schlieben.de

Wein aus dem ehemaligen Tagebau im Lausitzer Seenland
Der steilste Weinberg Brandenburgs liegt am Fuße eines stetig wachsenden Sees. In Südbrandenburg entsteht durch Flutung ehemaliger Braunkohletagebaue in den nächsten Jahrzehnten Europas größte künstliche Wasserlandschaft. Am Ufer des Großräschener Sees befindet sich seit 2012 die ein Hektar große Rebfläche mit einer Steigung von bis zu 33 Prozent. Die Sorten Pinotin, Solarin und Cabernet Blanc gedeihen hier sehr gut, was durch den naturgewachsenen Boden, den guten Abfluss kalter Luft und die wärmespeichernde Wirkung des Sees begünstigt wird. Gepflanzt wurden die Reben durch den Landwirt Dr. Andreas Wobar. Bei der Auswahl der Sorten hat er großes Augenmerk auf Neuzüchtungen gelegt, um den besonderen klimatischen Anforderungen in der Lausitz gerecht zu werden. Die Weine werden vom Kellermeister des sächsischen Weinguts Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe ausgebaut. Sie können nach Anmeldung von Juni bis Ende September bei Führungen für Gruppen ab zwölf Personen direkt am Weinberg verkostet werden. Die nächste Veranstaltung „Jazz und Wein“ auf den IBA-Terrassen ist am 3.8.2018 (Karten gibt es unter www.iba-terrassen.de). Einen Monat später, am 8.9.2018, findet dort das Federweißerfest statt.
www.weinbauwobar.de

Kloster Winzer in Neuzelle
Die Mönche brachten den Weinbau nach Brandenburg, aber es gibt nur noch einen Weinberg, der direkt auf einem Klosterareal zu finden ist: Der Weinberg im Kloster Stift Neuzelle. Hier werden die 420 Rebstöcke der Sorten Phönix, Muskat, Merzling, Solaris, Aron und die beiden Rotweinsorten Regent und Frühburgunder ehrenamtlich von einem Verein gepflegt. Die Trauben werden dann nach der Ernte im Winzerhaus direkt am Weinberg gekeltert. Gäste können Führungen über den Weinberg buchen und auch den Wein verkosten. www.neuzelle.de

Königlicher Weinberg in Potsdam
Auf dem Königlichen Weinberg gedeihen die Rebsorten Phoenix, Riesling und Regent. Die ersten Reben wurden anlässlich der Bundesgartenschau 2001 in Potsdam gepflanzt. Seit dem Jahr 2011 werden die Phoenix-Trauben geerntet und vom Weinbau Dr. Lindicke in Werder gekeltert. In den Museumsshops der alten Schlossküche vom Schloss Sanssouci, dem Besucherzentrum am Neuen Palais, in ausgewählten Weinfachhandlungen in Potsdam sowie über den Online-Hofladen können die Weine vom Klausberg gekauft werden. Seit 2011 wird der Weinberg an der Maulbeerallee rekultiviert. Mitarbeiter der Berliner Mosaik-Werkstätten für Behinderte restaurieren und bewirtschaften die Anlage. Friedrich II. ließ ursprünglich den Weinberg errichten. Das Belvedere auf dem Klausberg diente als Aussichtspunkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg und zu DDR-Zeiten verfiel das Areal zunehmend. Im Jahre 2019 feiert der wiederaufgebaute Weinberg auf dem Klausberg sein 250-jähriges Bestehen. www.koeniglicher-weinberg.de

Radeln auf den Spuren des Weines im Dahme-Seenland
Die lange Zeit fast vergessene Weinbautradition in weiten Teilen Brandenburgs lebt auf dieser Tour auf sehr verlockende Art wieder auf. Schließlich führt der in Königs Wusterhausen beginnende Ausflug zu mehreren Stationen, wo ein edler Tropfen entweder gleich probiert oder zumindest gekauft werden kann. Mit 27 Kilometer Länge hält sich die Distanz in Grenzen, sodass jeder entspannt und ohne Hektik in die Pedale treten kann. Gerade die kleine Stadt Mittenwalde lohnt einen längeren Bummel, zumal ein Weinladen ein breites Sortiment bereithält. Um hier die richtige Auswahl zu treffen, empfiehlt sich vorher ein Rundgang durch den Weinlehrgarten des Heimatmuseums. Über den Wein lässt sich auch vortrefflich in Ausflugsgaststätten in Bestensee debattieren. Dort auf dem Mühlenberg wurden 2011 wieder die ersten Rebstöcke gepflanzt. Der Weinberg ist mit seinen 34 Metern Höhe die höchste Erhebung im Ort und bietet einen herrlichen Ausblick auf den alten Dorfkern. Dass dieser sanfte Anstieg auch noch gen Süden liegt, macht ihn zum idealen Weinanbaugebiet im Dahme-Seenland. Die Wurzeln des Weinbaues in dieser Region lassen sich bis weit ins 14. Jahrhundert zurück verfolgen. Verkosten kann man den Bestenseer Wein in der Weinwirtschaft an insgesamt drei Wochenenden von Ende August bis September. Dann hat die „Weinkostbar on Tour“ auf dem Mühlenberg geöffnet (30./31.8. und 6./7.9. sowie 13./14.9.2018 von 16 bis 22 Uhr, außerdem am 1./2./8./9./15./16.9.2018 von 12 bis 22 Uhr).
www.bestenseer-weinbau.de, www.weinkostbar-on-tour.de

Weitere Informationen unter:
www.wein-land-brandenburg.de

Die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH wurde 1998 gegründet. Als Destination-Management-Organisation ist die TMB für die langfristige und nachhaltige Positionierung sowie Entwicklung und Vermarktung der touristischen Angebote im Land Brandenburg verantwortlich. Hierzu zählt insbesondere die Markenführung der touristischen Marke Brandenburg und der damit verbundene Markenprozess. Die Gesellschafter der TMB sind das Land Brandenburg (59 Prozent), die Vereinigung Brandenburgischer Körperschaften zur Förderung der Brandenburgischen Tourismuswirtschaft GbR (36 Prozent) und die Berlin Tourismus & Kongress GmbH (visitBerlin) (5 Prozent).

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