Pressemitteilung —
Historischer Meilenstein im Lausitzer Seenland
Historischer Meilenstein im Lausitzer Seenland
Fünf-Seenverbund: Senftenberger See, Großräschener See, Geierswalder See, Partwitzer See und Sedlitzer See seit heute durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden
Mit der heutigen offiziellen Eröffnung des Fünf-Seen-Verbunds im Lausitzer Seenland ist ein einzigartiges Kapitel der touristischen Strukturentwicklung vollendet. Fünf große Bergbaufolgeseen sind nun über schiffbare Kanäle zu einem zusammenhängenden Wasserrevier mit bis zu 5.300 Hektar nutzbarer Wasserfläche verbunden worden. Die Region wurde vorher mehr als 150 Jahre vom Braunkohlebergbau geprägt.
Zwischen Berlin und Dresden hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein besonderer Wandel vollzogen. Seit heute sind insgesamt fünf künstlich geschaffene Seen über Kanäle schiffbar miteinander verbunden. Damit ist das Wasserwandern zwischen Senftenberger See, Großräschener See, Geierswalder See, Partwitzer See und Sedlitzer See verwirklicht – also ideale Voraussetzungen für Wassersport, Bootstourismus und Freizeitkapitäne.
Die Entwicklung des Tourismus in der Region drückt sich auch in den statistischen Zahlen aus: Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Übernachtungen im Lausitzer Seenland mehr als verdoppelt. Im brandenburgischen Teil der Region wurden 2015 338.000 Übernachtungen gezählt. Im Jahr 2025 waren es 700.000.
Christian Woronka, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg: „Wir gratulieren der gesamten Region sehr herzlich zu diesem bedeutenden Meilenstein, der eine starke Basis für die weitere touristische Entwicklung ist. Der Fünf-Seenverbund im länderübergreifenden Wasserrevier mit Sachsen hat bereits jetzt überregionale Strahlkraft. Er stärkt die Position der Wassertourismus-Destination Brandenburg und trägt erheblich zur Lebensqualität bei.“
Am Vormittag findet die feierliche Eröffnung mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesländer Brandenburg und Sachsen, kommunalen Partnern, Zweckverbänden und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) statt.
Fünf-Seen-Challenge
Der Nachmittag steht im Zeichen eines ganz besonderen Bürgerfestes für die Menschen in der Region: Tausende angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen mit blauen Badekappen nacheinander in allen fünf Seen baden. Los geht es um 16 Uhr am Senftenberger See (Badestrand Großkoschen). Im Viertelstundentakt folgen der Geierswalder See (Badestrand Geierswalde), der Partwitzer See (Badestrand Klein Partwitz), der Großräschener See (Stadtstrand Großräschen) und der Sedlitzer See (Badestrand Lieske). Ab 17:30 Uhr wird bekannt gegeben, welcher See die meisten Badegäste hatte.
Region im Wandel
Die Eröffnung des Fünf-Seen-Verbunds markiert den vorläufigen Höhepunkt einer beispiellosen Verwandlung einer ganzen Landschaft, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen hatte. Die Region war ursprünglich eine Agrarlandschaft, bevor Mitte des 19. Jahrhunderts die erste Braunkohlegrube eröffnet wurde. In den folgenden 150 Jahren entwickelte sich die Lausitz zu einem zentralen Energiezentrum mit zeitweise rund 120 Brikettfabriken. Es wurden mehr als zwei Milliarden Tonnen Braunkohle aus Tiefen von mehr als 60 Metern gefördert. Mehr als 100 Orte wurden teilweise oder vollständig abgebaggert und Tausende Menschen mussten umgesiedelt werden.
Pionier der Transformation: Der Senftenberger See
Ein Wendepunkt war die Entscheidung, stillgelegte Tagebaue zu fluten. Der Senftenberger See, heute Teil des Fünf-Seenverbunds, wurde zum Symbol dieser Entwicklung. Nachdem der Tagebau in Senftenberg Mitte der 1960er Jahre stillgelegt wurde, begann seine Flutung im Jahr 1967. Bereits sechs Jahre später wurde der Senftenberger See für den Tourismus freigegeben. Mit dem Ende der DDR und dem Rückgang des Kohlebedarfs kam es zu massiven Betriebsschließungen und einem tiefgreifenden Strukturbruch in der Region.
Seit Mitte der 1990er Jahre verantwortet die LMBV die Sanierung der einstigen Braunkohletagebaue, damit sie in Form von neuen künstlichen Seen wieder nutzbar sind. Heute prägen mehr als 20 Seen, schiffbare Kanäle, Rad- und Wanderwege, Strände und verschiedene Wassersport-Angebote das Lausitzer Seenland.
Zahlen, Daten, Fakten Reiseregion Lausitzer Seenland
Lage: Die Reiseregion erstreckt sich über die beiden Bundesländer Sachsen und Brandenburg und liegt etwa 140 Kilometer südlich von Berlin sowie 60 Kilometer nördlich von Dresden.
Fläche/Gebiet:
23 Seen (>100 Hektar), die aus ehemaligen Tagebauen entstanden sind, mit Gesamtfläche von 13.600 Hektar, davon fünf Seen mit schiffbarer Verbindung, künftig sollen weitere Seen durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden werden, facettenreiche Landschaften zwischen Bergbau und abgeschlossener Rekultivierung sowie Flutung ehemaliger Tagebaue.
Wassertourismus
Häfen und Marinas am Senftenberger See, Geierswalder See, Bärwalder See, Großräschener See, seit Mai 2026 neuer Hafen am Sedlitzer See, wassertouristische Infrastruktur wächst kontinuierlich. Schwimmende Ferienhäuser am Bärwalder, Geierswalder, Partwitzer und Senftenberger See, Kanu- und Schlauchboottouren auf Spree und Neiße.
Radtourismus
Rund 1.900 km ausgeschilderte Radwege, Seenrundwege in überwiegend direkter Seelage und mit freiem Seeblick, Fernradwege wie Seenland-Route (189 km), Niederlausitzer Bergbautour (516 km), Oder-Neiße-Radweg (642 km, davon 65 km durch das Lausitzer Seenland), Spreeradweg (410 km, davon 52 km durch das Lausitzer Seenland).
Industriekultur
Technische Zeugen des Bergbaus und Industriedenkmäler als einzigartige Kulissen, Museen, Veranstaltungsorte oder Landmarken, zum Beispiel Besucherbergwerk F60, Energiefabrik Knappenrode, Tagebau Welzow-Süd, Stadt- und Industriemuseum Guben, Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz (Eröffnung Ende 2026), ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur verbindet traditionsreiche Originalschauplätze der Lausitzer Industriekultur rund um das Thema Energie, davon einige Stationen im Lausitzer Seenland.
Barrierefreier Tourismus
Das Lausitzer Seenland ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen - Barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland“ und nach dem bundesweiten Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ zertifiziert: Barrierefreie Freizeitangebote, Unterkünfte und Gastronomiebetriebe für Gäste mit Mobilitäts-, Seh-, Höreinschränkungen, Lernschwierigkeiten / „geistiger Behinderung“, Allergien und speziellem Ernährungsbedarf, z.B. Handbike-Touren auf sechs Seerundwegen, barrierefreier Strandzugang im Familienpark Senftenberger See mit Strandkorb und Amphibienrollstuhl, barrierefreies Hafencamp Senftenberger See mit Wassersportmöglichkeiten, Tandemtouren für blinde und sehbehinderte Radfahrer, Vermietung von E-Bikes, Handbikes, Rollfiets und Tretmobilen.
Weitere Informationen unter:
https://www.lausitzerseenland.de
https://www.reiseland-brandenburg.de/lausitzer-seenland
Die Pressemitteilung finden Sie auch weiter unten zum Download.
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Die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH ist vom Land Brandenburg betraut, das Reiseland langfristig und nachhaltig zu positionieren. Auf Basis der Tourismusstrategie Brandenburg wirkt sie als übergeordnete Steuerungs- und Kommunikationsinstitution für den Tourismus und alle daran beteiligten Akteure im Land. Sie stärkt die touristische Marke im In- und Ausland, vernetzt und setzt Impulse für die landesweite Destinationsentwicklung und Digitalisierung. Die Gesellschafter der TMB sind das Land Brandenburg (59 Prozent), die Vereinigung Brandenburgischer Körperschaften zur Förderung der Brandenburgischen Tourismuswirtschaft GbR (36 Prozent) und die Berlin Tourismus & Kongress GmbH (visitBerlin) (5 Prozent).
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