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100 Jahre Bauhaus in Brandenburg

Pressemitteilung   •   Mär 11, 2019 14:58 CET

Das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus zeigt eine Ausstellung zur Unbekannten Moderne (TMB-Fotoarchiv Steffen Lehmann)

100 Jahre Bauhaus


Zu den weltweit bekannten Bauhaus-Stätten in Dessau und Berlin ist es von Brandenburg aus nur einen Katzensprung. Kein Wunder, dass auch hier wichtige Zeugnisse der vom Bauhaus beeinflussten Architektur und Kunst zu finden sind. So wurde die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau im Jahr 2017 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die bereits seit 1996 bestehende Welterbestätte „Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau“ wurde damit um das Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau erweitert.

Von 1928 bis 1930 schufen der Bauhausdirektor Hannes Meyer, der Leiter der Bauhaus-Architekturwerkstatt Hans Wittwer sowie Studierende des Dessauer Bauhauses im Auftrag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) einen einzigartigen Schul- und Internatskomplex. Das funktionale Schulgebäude diente nicht nur der Wissensvermittlung, sondern vereinte gemeinsames Lernen und Leben mit Sport- und Kulturangeboten. Unter Meyer, der in der Planungszeit die Position des Direktors des Bauhauses in Dessau inne hatte, wurde das Bauwerk der Bundesschule in Bernau ausgeführt. Hans Wittwer, seit März 1928 als Meister der Bauabteilung und Leiter des Baubüros am Bauhaus tätig, war bis Anfang 1929 maßgeblich daran beteiligt. Auch die Mitarbeit der Studierenden der Baulehre und die Einbeziehung mehrerer Werkstätten in den Bauprozess belegen die enge Bindung an die Bauhausarbeit. Die Bundesschule ist nach dem Bauhaus-Gebäude in Dessau von 1925/26 (Architekt Walter Gropius) das zweite Schulgebäude aus dem Wirkungsfeld des Bauhauses. Sie steht bis heute als ein Beispiel für eine gegliederte bauliche Anlage, die frei und einfühlsam in den naturbelassenen Landschaftsraum komponiert wurde. Das Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau ist kein öffentlich zugängliches Gebäude. Besichtigungen der Innenräume sind deshalb nur im Rahmen von Führungen möglich, die immer donnerstags und sonntags um 11.30 und 14.30 Uhr nach vorheriger Anmeldung stattfinden. Buchung der Führungen unter www.bauhaus-denkmal-bernau.de/fuehrung.html.

Ausstellung Alltag formen! Bauhaus Modernde in der DDR

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019 präsentiert das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt vom 7. April 2019 bis zum 5. Januar 2020 die Sonderausstellung „Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“ . Funktional, langlebig und optimiert für die industrielle Massenproduktion: Alltag formen! stellt Objekte der Alltagskultur der DDR – Möbel, Gefäße, Technik, Grafikdesign – sowie ihre Gestalter*innen vor, die in der Tradition und für die Weiterentwicklung der Gestaltungsprinzipien des Bauhauses und der modernen Formgestaltung stehen. Es wird sichtbar, wie die Gestaltungsprinzipien von Formgestaltern wie etwa Albert Krause auf neue Materialien wie Plaste übertragen wurden. Zugleich zeigt die Ausstellung den widersprüchlichen kulturpolitischen

Umgang der DDR mit dem Bauhaus-Erbe: Auf frühe Ansätze zur Wiederbelebung folgen „Formalismus“-Vorwürfe, Verfemung und eine Rückbesinnung auf vermeintlich nationale Gestaltungstraditionen. Erst der industrielle Wohnungsbau ermöglicht eine vorsichtige Rehabilitierung der Moderne. Verbunden mit der Wiedereröffnung des sanierten Bauhauses Dessau im Jahr 1976 wird die vormalige Hochschule für Gestaltung schließlich zum Bestandteil des offiziellen Kulturerbes der DDR. Die 1950 erbaute Planstadt Eisenhüttenstadt zählt zu Deutschlands größten zusammenhängenden Flächendenkmalen und ist einer der 100 ausgewählten Orten der Grand Tour der Moderne im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr, ab Oktober zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet, www.alltagskultur-ddr.de.

Bauhaus live erleben in den Hedwig Bollhagen Werkstätten in Marwitz

„Von der Töpferscheibe bis zum Serienprodukt“ heißt die Ausstellung der Hedwig Bollhagen Werkstätten in Marwitz, die vom 25. März bis 21. Juni 2019 zu sehen ist. Hedwig Bollhagen, eine der wichtigsten Designerinnen Deutschlands, schuf - vom Bauhausstil inspiriert - formschöne Gegenstände für den Alltag. Hedwig Bollhagen gründete 1934 die HB Werkstätten in Marwitz und leitete sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2001. Ihr Nachlass gehört zu den kulturhistorisch kostbarsten keramischen Kunsthandwerken Brandenburgs. Heute noch werden in den HB-Werkstätten nach ihren Entwürfen und speziellen Techniken handgemachte Unikate in höchster Qualität erschaffen. So fertigt die Manufaktur in Marwitz auch heute noch von Hand die berühmte Vorratsdose des Bauhauskünstlers Theodor Bogler, dem Avantgardist unter den Keramikern am Bauhaus, der die herrschenden Vorstellungen über Keramik am Bauhaus geprägt hat.

In Velten erhielt Bogler erste Einblicke in die industriellen keramischen Fertigungstechniken, wozu auch das Gießverfahren gehörte. Im Rahmen der Sonderausstellung finden am 24. März finden stündlich von 12.00 -17.00 Uhr sowie 29. März, 31. Mai und 21. Juni Sonderführungen durch die Produktion statt. Um Voranmeldung wird gebeten, Tel. 03304-39800, www.hedwig-bollhagen.de

Architekturspaziergänge durch Potsdam und LuckenwaldeMit dem Einsteinturm auf dem Telegrafenberg befindet sich in der Landeshauptstadt Potsdam das viel beachtete erste Bauwerk des Architekten Erich Mendelsohn, das als besonders herausragendes Zeugnis der expressionistischen Architektur gilt. Mendelsohn war eng mit Mies van der Rohe und Walter Gropius verbunden, mit denen er gemeinsam die Architektenvereinigung „Der Ring“ gegründet hatte. Im Einsteinturm befindet sich das Sonnenobservatorium des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam. Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich. Bei einem Spaziergang durch die Villenkolonie Neubabelsberg kann man außerdem drei von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Villen bewundern: Haus Urbig in der Virchowstraße, Haus Mosler in der Karl-Marx-Straße sowie Haus Riehl in der Spitzweggasse – allesamt frühe Werke des Architekten, die zwischen 1907 und 1924 erbaut wurden. www.potsdamtourismus.de
Für Architekturfans lohnt auch ein Besuch der Stadt Luckenwalde, die ihre intensivste architektonische Prägung in den 1920er Jahren erfahren hat. Neben der berühmten Hutfabrik von Erich Mendelsohn mit dem markanten Dach in Form eines Hutes, das heute leider nur aus der Ferne gesehen werden kann, gibt es im Stadtzentrum eine große Anzahl von Bauwerken der Moderne. Hierzu gehören z.B. das Stadttheater mit der Doppelvolksschule (Theaterstr. 14/15a), das Katasteramt (Theaterstr. 16d), das ehemalige Stadtbad (Rudolf-Breitscheid-Str. 72a), das Jugendheim des ADGB (Goethestr. 7) sowie die Siedlungen „Auf dem Sande“, „Am Anger sowie die Volksheimsiedlung. www.luckenwalde.de

Das Triadische Ballett von Oskar Schlemmer bei den Potsdamer Tanztagen 2019

Vom 14. bis zum 26. Mai 2019 präsentiert das renommierte Tanzfestival „Potsdamer Tanztage“ die Aufführung „Das Triadische Ballett“ des Bauhauskünstlers Oskar Schlemmer, die Tanzgeschichte geschrieben hat. Die Choreografie hat mitsamt ihrer legendären Kostüme ganze Generationen von Künstlern bis heute inspiriert. Die originale Choreografie ist nicht erhalten. Der ikonische Choreograf Gerhard Bohner (1936 bis 1992) schuf, zusammen mit dem Komponisten Hans-Joachim Hespos (geboren 1938), im Auftrag der Akademie der Künste Berlin / West 1977 eine Rekonstruktion des Balletts. Ivan Liška und Colleen Scott haben diese 2014 für das Bayerisches Junior Ballett München neu einstudiert und führen sie im Jahr 2019 in Potsdam auf. www.potsdamer-tanztage.de

Ausstellungen zu Unbekannter Moderne im Dieselkraftwerk Cottbus

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst zeigt von Oktober 2019 bis Februar 2020 an seinem Standort im Dieselkraftwerk Cottbus drei zeitlich parallel stattfindende komplementäre Ausstellungen. Sie zielen darauf ab, spezifische Aspekte der Neuen Sachlichkeit und des Bauhauses als ideen- und utopiegeschichtlich relevante Strömungen der Moderne miteinander zu verzahnen. Die Besucher erwartet unter dem (noch vorläufigen) Ausstellungstitel „Stadt im Bild / Bild der Stadt“ die bildkünstlerische Auseinandersetzung mit groß- wie kleinstädtischen Motiven sowie in den zwei weiteren Expositionen das Ergebnis einer durchaus als Pionierarbeit anzusehenden Spurensuche im Land Brandenburg in Architektur, Industriedesign und Handwerk.
www.museum-dkw.de

Weitere Informationen unter: www.reiseland-brandenburg.de/bauhaus100

Die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH wurde 1998 gegründet. Als Destination-Management-Organisation ist die TMB für die langfristige und nachhaltige Positionierung sowie Entwicklung und Vermarktung der touristischen Angebote im Land Brandenburg verantwortlich. Hierzu zählt insbesondere die Markenführung der touristischen Marke Brandenburg und der damit verbundene Markenprozess. Die Gesellschafter der TMB sind das Land Brandenburg (59 Prozent), die Vereinigung Brandenburgischer Körperschaften zur Förderung der Brandenburgischen Tourismuswirtschaft GbR (36 Prozent) und die Berlin Tourismus & Kongress GmbH (visitBerlin) (5 Prozent).

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